Fairer Konsum

Vierter Abend 27.03.2019

Ein wichtiger Aspekt bei der Behandlung der Klimawandel-Problematik ist die Frage nach globaler Klimagerechtigkeit. Länder des Südens, meist wirtschaftlich arme Entwicklungsländer, sind in besonders hohem Maße vom Klimawandel betroffen, etwa durch Dürren oder Überschwemmungen – wie im Frühjahr Mosambik, wo aufgrund von extremen Niederschlägen ganze Provinzen überflutet waren, viele Menschen ihr Leben verloren haben und viele ums nackte Überleben kämpfen müssen. Dabei beträgt der CO2-Ausstoß pro Kopf in dem afrikanischen Land jährlich lediglich 0,25 Millionen Tonnen. In Deutschland sind es 8,8 Millionen Tonnen, in den USA fast 15, in Katar mehr als 30 Millionen Tonnen.

Der Referent Albert Röhl von TransFair in Köln, von Hause aus Journalist und seit mehr als 20 Jahren in der Fair Trade-Bewegung aktiv sowie ehrenamtlicher Vorstand des gemeinnützigen Vereins und Weltladens TOP 21 in Elmshorn, rückte die Bedeutung des nachhaltigen Konsums bei seinem Vortrag am 27. März 2019 im Gemeindehaus der Erlösergemeinde Vahrendorf in den Fokus.

„Mit der bewussten Wahl fair gehandelter Produkte können wir als Verbraucherinnen und Verbraucher nicht nur ein Stück zu weltweiter sozialer Gerechtigkeit beitragen, sondern auch für Klimagerechtigkeit wirken.“ Dazu führte der Referent aus, wie der Faire Handel nicht nur zur weltweiten Armutsbekämpfung beiträgt, sondern auch für die Erhaltung der natürlichen Umwelt und gegen den Klimawandel wirkt:

  • Durch den Fairen Handel werden insbesondere die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in den Entwicklungsländern unterstützt, die besonders umweltverträglich anbauen;
  • Fairer Handel befreit aus der „ökologischen Armutsfalle“: So werden Abholzungen, die wegen extremer Not erfolgen, vermieden, dafür wir im Fairen Handel gezielt der Öko-Landbau gefördert;
  • Durch das angemessene Einkommen ermöglicht der Faire Handel, gezielt in umwelt-freundliche Produktion zu investieren (Nutzung von Solar Energie, effiziente und sparsame Wassernutzung u. a.);
  • Transporte von Fair Trade-Produkten erfolgen zu gut 95 Prozent auf dem Seeweg, der deutlich weniger klimabelastend als Luftfracht ist.

„Fairer Handel hilft den Menschen und dem Planeten“, führte der Referent weiter aus. Denn Öko-Landbau reduziert Treibhausgase, vor allem Stickoxide. Gegenüber konventionellem Anbau verringert sich der CO2-Ausstoß um zwei Drittel. Zudem wird 30 bis 70 Prozent pro Landeinheit weniger an Energie verbraucht. „Wenn die 1,3 Milliarden Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in den Entwicklungsländern mit Hilfe des Fairen Handels ökologisch anbauen, ist dieses ein elementar wichtiger Beitrag gegen den Klimawandel“, so Albert Röhl.

„Mit jedem Einkauf haben wir es in der Hand dabei mitzuwirken“, ergänzte der TransFair-Referent. Erfreulich sei, dass der Absatz von Fair Trade-Produkten gerade im Laufe der letzten 20 Jahre deutlich zugenommen habe. Was auch damit zusammenhängen würde, das Fair Trade-Waren mittlerweile nicht nur in Weltläden, sondern auch in Supermärkten und bei Discountern erhältlich seien. Dort seien sie am „Fair Trade“-Siegel erkennbar, dass in Deutschland von TransFair in Köln vergeben wird.

„Allerdings gibt es noch viel Luft nach oben“, ergänzte Röhl. Im Durchschnitt würden Konsumenten hierzulande pro Jahr zirka 14 Euro für fair gehandelte Produkte ausgeben. Fair gehandelter Kaffee habe bei uns einen Anteil von fünf Prozent, nur jede zehnte Banane sei fair gehandelt. Deshalb brauche es noch viel mehr „Fairänderung“ – im Kopf, im Herzen – und im Einkaufskorb.

Referent: Albert Röhl, TransFair-Weltladen TOP21

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